Du schon wieder, hier bei mir. Dich werd ich wohl auch nicht los. Egal wohin ich gehe und wo ich stehe, wen ich kennen lerne & wen ich gehen lasse. Egal welche Jahreszeit, welche Erdhalbkugel. Egal welches Kleid ich trage. Dir ist es wirklich egal, ob ich die Haare offen oder zusammen habe. Ob ich gerade arbeite oder einfach nur gemütlich einen Tee trinke. Ob ich Musik höre, oder Fernseh schau, oder gar lese. Irgendwie bist du auch die einzige die es nicht interessiert, was ich denke und ob ich zufrieden bin. Und vor allem ist es dir verdammt egal ob es mir gerade passt, dass du vorbei schaust.
Und wie du mir noch frech ins Gesicht lachst. Mir schelmisch in die Seite pikst, dich lustig machst, dass ich renne und renne mich verstecke und scheu um die Ecke blinzle in stiller Hoffnung du findest mich nicht. Du tanzt und drehst dich, summst fröhlich vor dich hin, in Gewissheit, dass ich wohl nie den Mut dazu haben werde dich beim Namen zu nennen. Dass ich wohl ewig versuch vor dir zu flüchten. Und du dir deinen Spaß daraus machen kannst mich zu jagen, du elendige Plage.
Versuchst dich immer mehr in mein Herz zu bohren. Erst war es nur ein kratzen, doch nun da merk ich schon wie du bohrst und hämmerst. Denkst wohl kannst dich durch nagen. Mich von innen auffressen. Und dich da einnisten. Dir ein kuscheliges zu Hause schaffen. Ich kann es dir ja nicht verübeln, in meinem Herzchen ist es gemütlich, fein und warm. Nur für dich habe ich dort keinen Platz. Und endlich, da habe ich auch den Mut dich beim Namen zu nennen, dir den Kampf anzusagen. Ja, ich sprech nun endlich aus, wie du Monster welches ewig versucht mich zu beherrschen sich nennt.
Tja, da staunst du. Guckst mich an mit deinen großen, dunklen, leeren, nichtssagenden Augen. Lässt die Ärmchen hängen und wirst immer blasser. Damit hast du wahrlich nicht gerechnet, dass ich mal die Kraft habe dich beim Namen zu nennen, dir fest in die Augen zu blicken und die Nase zu rümpfen. Dass ich eines Tages mit hoch erhobenen Hauptes vor dir steh und du immer kleiner wirst.
Man wird nichts los in dem man davor flüchtet oder es einfach still ignoriert. Der beste Weg ist sich dem Störfaktor zu stellen und ihm fest ins Auge zu blicken. In dem man sich bewusst wird, dass man stärker ist als all das Unheil, welches auf einen zukommen könnte. Es ist Okay traurig zu sein, das gehört dazu. Man muss nur lernen es als Teil seines Ichs zu akzeptieren. Und dass man sich auf keinen Fall davon beherrschen lassen darf. Das schlimmste was man sich selber antun kann ist, in das tiefe Loch der Traurigkeit und des Selbstmitleids zu fallen. Alles was dann noch von einem über bleibt ist ein Haufen erbärmlicher Splitter einer Seele die nie wirklich gelernt hat sich selber zu lieben.


